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Deutschland weigert sich Griechenland Hilfe anzubieten, aber nun fordert die EU ausdrücklich, dass die Mitgliedstaaten Griechenland helfen. Der Chef der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, hat gesagt, dass die EU nicht mehr weiter gehen kann, wenn die Mitgliedstaaten Griechenland nicht helfen. Damit soll das System in der EU komplett geändert werden, selbst wenn erst mit kleinen Schritten.

Der Gipfel der Regierungschefs in Brüssel wird in einer Woche stattfinden. In diesem Moment fordert der Kommissionspräsident Manuel Barroso die Mitgliedstaaten auf, für Griechenland einzuspringen. Ein neues Hilfssystem soll erarbeitet werden. Zum Beispiel sollen laut Barroso bilaterale Hilfskredite zur Verfügung gestellt werden.

“Die Kommission ist bereit, ein Instrument zur koordinierten Unterstützung von Griechenland vorzuschlagen. Dieses Instrument besteht aus einem System koordinierter bilateraler Kredite”, erklärte Barosso. Er fügte hinzu, dass dieses System mit der Bail Out Klausel nicht im Konflikt steht und dass das System sehr strikt sein wird.

Barroso hat dabei die Mitgliedstaaten aufgefordert das neue System schnell zu ratifizieren, da es nicht in den EU Verträgen verhandelt wurde. Man soll nicht warten, sagt der Kommissionspräsident, denn man kann nicht mehr so weiter machen.

Barroso versuchte auch die zu beruhigen die fürchten, dass das System sofort genutzt wird um die größeren Staaten zu „melken“. Es soll nicht direkt Geld an Griechenland gegeben werden, sagte Barroso.

In Deutschland ist die Regierung komplett gegen Finanzhilfen an Griechenland oder andere Staaten. Kritiker sind der Meinung, dass ein solcher Eingriff gefährlich ist und dass dadurch die Spielregeln der EU durcheinander gebracht werden. Es besteht die Möglichkeit, dass eine Welle von Finanzhilfen in Gang gesetzt wird, die nicht mehr aufzuhalten wäre- Für Staaten wie Deutschland wäre das besonders schlecht.

Inzwischen droht die Regierung Griechenlands damit, dass die Staatskassen leer sind und dass man nicht mehr in der Lage ist Kredit zu nehmen. Die riesigen Zinsen könnten laut der griechischen Regierung zu einer Rezession führen die mehrere Jahrzehnte dauern würde. Trotzdem hat die griechische Regierung noch nicht offiziell um Hilfe geboten.

Die EU Kommission will aber ein System schaffen, mit dem Staaten geholfen werden soll, die in Situationen wie Griechenland geraten. Das Problem ist aber, dass auch andere Staaten der EU kurz vor so einer Situation sind. Beispiele sind Spanien, Portugal, Litauen oder Irland. Allgemein haben die EU Staaten riesige Defizite und können damit kaum noch klar kommen. Kritiker sind aber trotzdem der Meinung, dass das System das vorgeschlagen wurde mehr Probleme verursacht, als es löst.

Der Spiegel berichtet über das etwas andere Finanzgeschäft. In der heutigen Edition des Online Spiegels, wird berichtet wie Finanzspekulanten in Griechenland die Wirtschaft zerstören um daraus Profit zu machen. Griechenland hat seit einiger Zeit riesige Schuldenprobleme. Daran scheinen die Banken beteiligt zu sein. Das Geschäft der Banken mit Griechenland soll nach dem gleichen Prinzip funktionieren, wie das Lehman Brothers Fiasko, welches die Finanzkrise ausgelöst hat. Der Spiegel bezieht sich auf die New York Times, die warnen dass Griechenland in das Bankrott getrieben wird. Die großen Banken in Griechenland, die die Staatsanleihen abkaufen setzten nun auf den kompletten Ruin und hoffen daraus Profit zu machen.

Die wichtigsten Institute die an der Aktion beteiligt sind, sind Credit Suisse, die UBS, Société Générale, BNP Paribas und die Deutsche Bank. Mehrere Banken, darunter auch Jp Morgan und Goldman Sachs haben vor Kurzem einen Index zusammengestellt, der zeigen soll wie wahrscheinlich es ist, dass bestimmte Staaten in Europa pleite gehen. Dieser Index wurde iTraxx SovX Western Europe Index genannt und wird von der Markit Group of London zusammengestellt. Der Index wird auf Grund von Credit Swaps zusammengestellt, also Versicherungen für Kreditausfälle. Falls ein Staat pleite geht, werden diese eingelöst und der Besitzer kassiert viel Geld. Dadurch, dass die Banken massiv Credit Swaps kaufen, steigt ihr Preis und eine Blase entsteht, wie im Fall der amerikanischen Immobilien. Damit kommt der griechische Staat in eine Gefährliche Situation und die Lage wird schlimmer als sie es sein sollte.

Durch den Anstieg der Preise für Credit Swaps, wird es für Griechenland immer schwerer die Schulden zu refinanzieren und dadurch greifen immer mehr Institute zu Credit Swaps. Damit entsteht eine Spirale die dazu führt, dass der Staat destabilisiert wird und der Euro ebenfalls Probleme hat. Normalerweise wäre das Spiel mit den Credit Swaps gefährlich für die Banken, denn eine Staatspleite würde bedeuten, dass sie ihren Wert komplett verlieren. Die Sicherheit wird aber von der EU garantiert, so dass die Banken ihr Spiel weiter treiben können. Eine tatsächliche pleite Griechenlands wäre für viele Banken in Deutschland gefährlich, denn die meisten Großbanken aus Deutschland haben Investitionen von mehreren Milliarden Euro in dem Finanzsystem aus Griechenland.