Mit über zwanzig Millionen Rentnern, liegt es außerhalb jeglicher Zweifel, dass die deutsche Gesellschaft veraltet. Komischerweise scheint diese Tatsache jedoch nur kürzlich den Volkswirtschaftlern aufgefallen zu sein. Das Thema Rentner als Wirtschaftsgruppe ist ja auf keinen Fall mehr neu – schon seit dreißig Jahren bemerken Wirtschaftsjournalisten und Gesellschaftsforscher, das diese durchaus kaufstarke und teilnahmewillige Bevölkerungsgruppe isoliert ist – unbeachtet von Politikern und Ökonomen. Kredite und Ratenzahlungen für Rentner werden seit ebenso langer Zeit besprochen, jedoch hat die Finanzwelt bis vor kurzem kein allzu großes Interesse gezeigt, was darüber hinaus ging. Um volksökonomisch weiterkommen zu können gilt es, diesen Stand der Dinge zu ändern und Rentner besser in die Volkswirtschaft zu integrieren. Ihre Interessen und Bedürfnisse müssen analysiert werden, sowie ihre Kaufkraft.

Das Thema ist aber weitaus komplizierter und geht sicherlich über Sonderangebote für Rentner hinaus. Spezielle Konditionen für Kredite und andere Bedürfnisse von Rentnern sind nur ein Aspekt, der in Diskussion kommen sollte. Andere wichtige Facetten sind Sozialpolitik und Gesundheitspolitik, zwei durchaus starke Punkte des deutschen Systems, im Vergleich zum Rest der Welt. In diesem Bereich hat sich in den letzten dreißig Jahren nicht viel geändert, oder zumindest nicht verschlechtert – damals wie heute erwies sich das deutsche System in diesem Bereich als äußerst umfangreich. Um solche finanzwirtschaftlichen und sozialpolitischen Probleme lösen zu können gilt es, flexibel zu bleiben und sich an die ändernden Situationen anpassen zu können.