Das so genannte Fiskusprivileg ist 1898 entstanden und wurde 1998, nach hundert Jahren abgeschafft. Das Privileg garantierte dem Finanzamt im Falle einer Insolvenz den Erstrang unter den Gläubigern und falls das Unternehmen Steuerschulden hatte, dann konnte sich der Bund vor den Arbeitsnehmern und –Gebern, Banken und Inhabern an der Insolvenzmasse bedienen. Das Insolvenzrecht  hat das Privileg 1999 abgelöst und ersetzt.

Das Problem des Fiskusprivilegs wurde allerdings 1999 nicht begraben. 2010 wurde es wieder zum heftigen Diskussionsthema, als sich die Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger vorgenommen hat, das Fiskusprivileg wieder einzuführen. Die Initiative sollte dem Staat jährlich 500 Millionen Euro in die Kasse spülen, wurde aber vom Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands und von kleinen und mittleren Unternehmen stark kritisiert, da es hohe Risiken miteinbezog.

Die größte Gefahr des Fiskusprivilegs ist die massive Arbeitslosigkeit, da sich die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu retten, erschwert und sogar unmöglich wird. Aus diesem Grund wurde die Initiative der Justizministerin bekämpft und schließlich vom Tisch genommen. Die Frage bleibt allerdings, warum gerade das Fiskusprivileg als Maßnahme, mehr Geld dem Staat zu bringen, gedacht wurde. Die wirtschaftliche Krise, die auf uns zugekommen ist, hat schon eine große Anzahl von Arbeitsplätzen gefährdet, so dass die neuen Maßnahmen, die Arbeitslosigkeit als Risiko miteinbeziehen, überhaupt nicht mehr in Frage kommen sollten.