Das neue Basel III Paket führt neue Regelungen für Banken ein, was Eigenkapital betrifft – umgenauer zu sein, hartes Kernkapital ist für die neuen Basel III Regelungen am bedeutendsten, also Stammaktien und Gewinnrücklagen, nicht aber Einlagen und Hybridanleihen. Die neuen Eigenkapitalvorschriften erfordern von Banken größere Reserven an Eigenkapital, was weitreichende Folgen für die Konditionen für Kredite haben wird. Unter den möglichen Folgen der neuen Vorschriften sind niedrigere Eigenkapitalrendite für Bankaktionäre, teurere Kredite für Unternehmen und höhere Zinsen für Sparer. Diese Maßnahmen werden zwar als Versicherung gegen eine neue Finanzkrise präsentiert, als stabilisierende Faktoren im Bankensektor – aber diese Stabilität kommt zu einem hohen Preis, denn die neuen Vorschriften werden zur Schrumfung der gesamten Branche führen, was beachtliche Folgen haben wird.
Viele Banken – besonders Landesbanken – werden dies zu spüren bekommen und wahrscheinlich schrumpfen müßen. Dies ist notwendig, wenn unter diesen Bedingungen die Beziehung von Eigenkapital und Risiken verbessert werden soll. Um das Kapital zu erhöhen und trotzdem Gewinne einbehalten zu können, werden Banken sicher anfangen müßen, weniger attraktive Konditionen für Kredite aufzustellen. Wenn das Eigenlkapitalerhöht wird, dann werden Gewinne nämlich üblicherweise auf merh Eigner verteilt. Banken werden außerdem ihre Wertpapiere reduzieren. In den 20 Jahren zwischen 1990 und 2010 wuchsen die Kundeneinlagen und Kredite um fast 200 Prozent – die Wertpapiere wuchsen verhältnissmäßig überproportional um ganze 472 Prozent. Die DZ Bank hat bereits angefangen, dies zu korrigieren – seit 2007 hat man hier die Wertpapiere von 25 Milliarden auf weniger als 20 Milliarden abgebaut, was eine Verringerung um etwa 17 Prozent bedeutet.