Die Deutsche Regierung und Frankreich haben festgestellt, dass die Krise in Griechenland mit einem Missbrauch von Finanzinstrumenten wie Leerverkäufe und Kreditausfallversicherungen zusammenhängt. Die zwei Regierungen wollen nun gegen diese Instrumente vorgehen, sie wenigstens eindämmen. Selbst wenn Europa dagegen ist, wollen Frankreich und Deutschland sich durchsetzten und es im Notfall auch im Alleingang durchziehen.

Die Krise in Griechenland wurde zwar nicht durch den spekulativen Handel mit diesen Finanzinstrumenten direkt verursacht, aber viele Experten sind sich einig, dass sie die Krise verschärft haben, was auch schlecht genug ist. Ungedeckte Leerverkäufe von Aktien und Kreditausfallversicherungen haben die Lage in dem Land verschlimmert und damit auch den Euro beschädigt. Viele Griechische Banken sind davon betroffen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Deutschland und Frankreich gegen diese Spekulationsgeschäfte vorgehen wollen. Der Handel mit diesen Finanzinstrumenten soll eingedämmt werden. Es ist noch nicht klar ob die zwei Staaten planen den Handel mit einigen Arten von Wertpapieren zu verbieten oder nur zu reduzieren.

Angela Merkel und Nicolas Sarkozy haben einen Brief an EU Kommissionschef Jose Manuel Barroso geschrieben, in dem sie die Kommission auffordern etwas gegen den Handel mit diesen gefährlichen Finanzinstrumenten zu unternehmen.

Jean Claude Juncker ist auch einer der Verfasser des Briefes und Teil der Initiative. Er ist der Vorsitzende der Euro Gruppe. Dazu hat auch der Ministerpräsident Georgios Papandreou aus Griechenland den Brief unterschrieben. Es soll eine Richtlinie geben, die den Handel mit ungedeckten Leerverkäufen von Aktien verbietet. Der Handel mit den Kreditausfallversicherungen soll ebenso wie Finanzgeschäfte ohne Einschaltung der Börse reduziert werden.

Ab Ende des Monats gibt es in Deutschland bereits Maßnahmen gegen diese Finanzinstrumente: ab April müssen die Leerverkäufe gemeldet werden. Die Marktteilnehmer müssen das BaFin darüber informieren wenn Netto Leerverkaufspostionen ab 0,2 % vorgenommen werden. Ab 0,5 % müssen die Aktionen veröffentlicht werden. Falls es die Behörde dann für nötig hält, kann sie dann gegen diese Leerverkäufe eingreifen.

Bei Leerverkäufen werden Aktien verkauft, die die Bank nicht besitzt. Damit wird der Kurs der Aktie beeinflusst und die Bank kann die Wertpapiere dann günstig kaufen.

Sarkozy und Merkel sollen gegeben falls auch allein gegen diese Spekulationen vorgehen, falls die Kommission nichts unternimmt. Kritiker sind allerdings skeptisch, dass es so einfach passieren wird. Allerdings sind mehrere Länder an solchen Maßnahmen interessiert, selbst wenn die Finanzlobby sehr stark ist.

Damit wird es ein spannender Kampf werden.