In Deutschland konnte man sich in der Vergangenheit sicher sein, dass Immobilien im Wert steigen und sich gewinnbringend verkaufen lassen. Die Preise für Grund und Boden sowie die Preise für Immobilien sind aber in den letzten Jahren mit der Inflation nicht mehr mitgekommen, so dass die goldenen Zeiten im Augenblick vorbei sind.

Natürlich gibt es regionale Unterschiede, die sehr gewaltig sind. Wer also darüber nachdenkt, eine Immobilie als Geldanlage zu erwerben, der muss sich nach dem geeigneten Markt umsehen. Traditionell sind die Preise in den südlichen Bundesländern etwas höher als im Norden der Republik. Das bedeutet aber nicht, dass dort auch die höheren Renditen zu erzielen sind.

Nach der Grenzöffnung haben viele Käufer in Berlin gehofft, der Markt würde in Kürze einen Boom erleben und mussten der bitteren Erkenntnis ins Auge sehen, dass eher das Gegenteil der Fall war. Der Leerstand von Gewerbeimmobilien dauert bis heute an, die Quadratmeterpreise für Büroräume liegen im Innenstadtbereich nicht wie erhofft bei 100.- EUR sondern zwischen 10.- und 15.- EUR. Auch der Wohnungsmarkt beginnt sich erst jetzt, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, langsam zu erholen. Die Käufer der ersten Stunde können aber ihre Verluste schon nicht mehr aufholen, denn die erzielten Mieteinnahmen waren zu gering und die Kosten zu hoch.

Ein etwas geringeres Risiko geht der Käufer bei selbst genutztem Eigentum ein, da hier ja keine Mieteinnahmen kalkuliert werden müssen. Fallen die ortsüblichen Mieten, dann könnte man sich noch ausrechnen, dass die gesparte Miete geringer wird, aber das ist eher eine spekulative Kostenrechnung.

Wer sich ernsthaft mit dem Kauf einer Immobilie beschäftigt, der sollte für die Beratung einen unabhängigen Fachmann beauftragen. Warum unabhängig? Ganz einfach, weil Makler und Banken natürlich immer ihre eigenen Immobilien loswerden wollen. Wer das nicht glaubt, der kann in der Zeitung nachlesen, wie gerade wieder die Berliner Verkehrsbetriebe übers Ohr gehauen wurden. Anstatt einer errechneten Kostenersparnis von jährlich fast 3 Millionen Euro, hat die BVG der Umzug in ihr neues Domizil nach Feststellung des Rechnungshofes nur Geld gekostet. Der Makler hat mit falschen Zahlen und falschen Angeboten hantiert und somit bei der Bewerbung eine völlig unvollständige Kalkulation vorgelegt. Wer das Glück hat, diese Verluste auf den Steuerzahler umzulegen, der kann sich glücklich schätzen, doch wer die Folgen einer fehlerhaften Kostenrechnung aus der eigenen Tasche zahlen muss, der wird sich ärgern.