Wenn man sich als Existenzgründer auf macht, um seine Idee in bares Geld umzusetzen, dann darf eines nicht fehlen: ein genauer Finanzplan.

Ein guter Finanzplan muss die erwarteten Umsätze und Kosten für mindestens ein Jahr enthalten. Er stellt dar, wie sich der Existenzgründer die Geschäftsentwicklung vorstellt, mit welchen Kosten dieser rechnet und auch, wie sich die Liquidität des Unternehmens entwickeln wird.

Zu Beginn scheint es unmöglich, einen solchen Plan zu erstellen, denn woher soll man wissen, wie sich das Geschäft entwickelt. Vielleicht kann man noch die Fixkosten voraussehen, aber dann ist auch schon Schluss. Wenn man selber nicht in der Lage ist realistische Zahlen zu ermitteln, dann kann ein Finanzexperte Rat geben, der sich auf Existenzgründungen spezialisiert hat. Für fast alle Bereiche gibt es entsprechende Erfahrungswerte, die auf ihre Situation übertragen werden. Wichtig ist auch zu überprüfen, ob bei den Kosten wichtige Elemente vergessen wurden.

Wozu einen Finanzplan?

Jeder Existenzgründer muss sich fragen, ob seine Idee überhaupt eine Chance auf dem Markt hat. Wenn ich feststelle, dass ich als Würstchenverkäufer in jeder Minute 15 Würste verkaufen muss, um Löhne, Mieten und Abschreibungen zu finanzieren, dann höre ich am besten schon auf, bevor ich angefangen habe.

Ein Finanzplan dient auch zur Zielsetzung, er ist in der Anfangszeit eine gute Möglichkeit der Orientierung, ob sich die Entwicklung des Geschäftes so gestaltet, dass es auch längerfristig Erfolg haben kann. Wer einfach nur so in den Tag hinein wirtschaftet, der hat schnell die Lust, wenigstens aber den Überblick verloren. Erfolgskontrolle ist ein wichtiges Element des Firmenmanagements. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Betrieb nur aus einem Mann besteht, der auf Hochzeiten das Akkordeon spielt oder ob es eine Aktiengesellschaft mit Niederlassungen in aller Welt ist.

Der Modehersteller Benetton hat neben einer guten Geschäftsidee auch immer eine genaue Umsatzkontrolle und eine exakte Finanzpolitik gehabt, sonst wären sie niemals so groß geworden. Klein angefangen und später ganz groß geworden, wurden manche Geschäftsprinzipien nie aufgegeben. Selbst als die Firma bereits Filialen in aller Welt hatte: Jeden Abend wurden die Einnahmen notiert, Ziele überprüft und eventuelle Maßnahmen besprochen. So hatten die Inhaber jederzeit einen genauen Überblick über ihre finanziellen Verhältnisse und konnten entsprechend reagieren.